Die Osterluzeigewächse (Aristolochiaceae) sind eine kleine mit den Pfeffergewächsen verwandte Pflanzenfamilie. Von der pfefferigen Verwandtschaft unterscheiden sie sich aber in ihrer Giftigkeit, viele Arten enthalten die stark toxische Aristolochiasäure.
In Deutschland sind Arzneimittel mit Aristolochiasäure seit 1981 verboten.
Der Name „Osterluzei“ bezieht sich übrigens nicht auf Ostern sondern auf die angebliche unterstützende Wirkung der Gewöhnlichen Osterluzei (Aristolochia clematitis) bei der menschlichen Nachgeburt.
Nur zwei Arten aus dieser Familie kommen bei uns vor: Die Gewöhnliche Osterluzei und die Gewöhnliche Haselwurz (Asarum europaeum). Ihre Verwandtschaft ist ihnen auf den ersten Blick nicht anzusehen.
Die Haselwurz war schon immer bei uns heimisch während die Osterluzei aus dem Mittelmeerraum stammt, aber schon so lange hier ansässig ist, dass auch sie als heimische Art gilt.
Aristolochia clematitis

Mit ihren leuchtend gelben und zygomorphen Blüten ist die Gewöhnliche Osterluzei schon von weitem gut zu erkennen. Die mehrjährige und sommergrüne Pflanze erreicht zumeist Höhen von 30 bis 60 Zentimetern.
Ihre Blütezeit liegt im April und Mai, nach einer Mahd oder einem Rückschnitt kann sie im Spätsommer erneut blühen.
Asarum europaeum

Etwas früher blüht die Gewöhnliche Haselwurz, sie kann ihre rotbraunen Blüten bereits im März zeigen.
Diese immergrüne Pflanze wächst kriechend und wird nur knapp zehn Zentimeter hoch.
Ihren Verbreitungsschwerpunkt haben die Osterluzeigewächse in den Tropen und Subtropen, besonders in Südostasien und in China. Allein in China kommen über 30 Arten endemisch vor, zum Beispiel die Herzblattwurz (Saruma henryi), die bei uns vereinzelt in Parks und Gärten angepflanzt wird.
Saruma henryi

Sie eignet sich, wie auch die Haselwurz für halbschattige bis schattige Standorte. Die Osterluzei hingegen wächst lieber in der Sonne.
Auch wenn sie sich optisch stark unterscheiden, haben die drei hier vorgestellten Osterluzeigewächse mehr gemeinsam als nur ihre Giftigkeit: Sie benötigen nährstoffreiche, feuchte Böden, um optimal zu gedeihen.

